Die Geschichte der Hornussergesellschaft Zäziwil |
Von der Gründung der Hornussergesellschaft Zäziwil im Jahre 1901 bis ins Jahr 1913 sind keine Unterlagen mehr vorhanden. Man weiss nur, und das wohl aus alten Kirchenprotokollen, dass die Gebrüder Hans und Gottlieb Liechti aus Hinterlenzligen die treibenden Kräfte waren. Es ist auch bekannt, und das belegt eine Festkarte, dass das Oberemmentalische Hornusserfest 1913 in der Eyweid und im Moos durchgeführt wurde. Bereits im Jahre 1914 beschafften sich die Zäziwiler eine eigene Fahne. Bekannt ist auch, dass in den Jahren 1917-1919 bereits über 30 Aktivhornusser in der Gesellschaft mitspielten. Der damalige Präsident hiess Hans Rolli, Zäziwil. Damals, im Unterschied zu heute hatten praktisch alle Wohnsitz im eigenen Dorf. Kampfrichter waren auch schon vorhanden, einer unter ihnen war Walter Güdel, Lehrer in Zäziwil. So war auch die Gewähr gegeben, dass richtig zusammengezählt wurde. Einige Jahre später, im Jahre 1924 wurde der heute noch bestehende Kirchgemeindeverband gegründet. Die Statuten wurden damals in einem "Appel" mit Maschinenschrift festgelegt und durch einen Notar abgestempelt. An der ausserordentlichen Hauptversammlung vom 27. September 1927, in der Krone, wird beschlossen den alten Hornusserbock umzuändern und "Flügeli" anzuschaffen. Dieser Bock ist heute noch vorhanden. Die Arbeit sollte durch die Eisenmöbelfabrick Biglen für Fr. 30.--ausgeführt werden. Im Jahr 1930 wurde auch noch das Eidg. Hornusserfest in Bern besucht, wo man mit dem 38. Platz vorlieb nehmen musste. Bis zu diesem Zeitpunkt, also 30 Jahre Hornussergesellschaft Zäziwil, konnten zwei Trinkhörner erkämpft werden. Die Wettspiele wurden zwar mehrheitlich gewonnen, aber an Grossanlässen wollte es nicht klappen. Oftmals waren Fehler im Ries die Ursache des Misserfolges. Im Jahre 1933 werden neue Statuten ausgearbeitet und von der Versammlung einstimmig genehmigt. Im gleichen Jahr waren an der Hauptversammlung auch Wahlen angesagt. Was heute in einer Gesellschaft praktisch nicht mehr vorkommt, dass es um einen Sitz im Vorstand zu einer Kampfwahl kommt, wurde Tatsache. Trotz des 1939 beginnenden zweiten Weltkrieges hatten die Zäziwiler fast immer genügend Leute, um trotz Aktivdienst den Spielbetrieb, wenn auch etwas reduziert, aufrecht zu erhalten. Im Jahr 1943 zählte die Gesellschaft gar 31 Mitglieder. Trotz Krisenzeit wurde 1941 der Eidg. Hornussertag in Thun besucht. Mit grosser Freude konnten sie den 11. Rang von 144 Gesellschaften feiern. Im Jahre 1953, am 19. Juli, konnte ein Wettspiel gegen Halten infolge Platzmangels nicht abgehalten werden. Da durch die Absage den Mitgliedern ein Gang erspart wurde, berief der Präsident Hans Schnider gleich eine ausserordentliche Versammlung ein, die im Hause von Gottfried Fankhauser stattfand. An dieser Versammlung schlägt Hans Schnider den Mitgliedern den Ankauf eines beständigen Hornusserrieses vor, das im Moos von Hans Liechti erhältlich wäre. Einstimmig wurde der Ankauf unter Vorbehalt des Entscheides der Militärdirektion bewilligt. Im Herbst des gleichen Jahres besichtigten zwei Offiziere das Gelände im Moos, konnten aber noch keinen definitiven Bescheid geben. Dem Gemeinderat wurde noch ein Orientierungsschreiben über den beabsichtigten Ankauf des Lands im Moos zugestellt. Das Jahr 1964 ist auch ein Markstein in der Geschichte der Zäziwile r Hornusser, wurde doch erstmals an der Emmentalischen Hornussermeisterschaft teilgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Verbandsfest in Ersigen sowie das Interkantonale in Tramelan besucht. Am Verbandsfest gab es einen Erfolg zu feiern, sie klassierten sich in der zweiten Stärkeklasse auf Rang drei. Einige Mitglieder, die heute noch in der Hornussergesellschaft Zäziwil aktiv sind, waren in diesen Jahren als junge Männer der Gesellschaft beigetragen. Ein grosser Erfolg dann 1966 am Eidgenössischen in Lyss wo man in der dritten Stärkeklasse siegte. Im Jahre 1974 wurde beschlossen, eine neue Fahne anzuschaffen bei der Firma Hengartner in Will. Im Jahr 1976 wurde übrigens noch ein 200-plätziges Zelt inklusive Transportauto zum Preise von total 7800.-Franken angeschafft. Um das ganze innert Kürze amortisieren zu können, müsste das Zelt pro Jahr etwa elf Mal vermietet werden. 1981 wurde anlässlich der Hauptversammlung für den Bau des Clubhauses einen Kredit von Fr. 10'000.-beschlossen. Mit dem Bau wurde auch in Kürze angefangen, so dass im Jahre 1984, zusammen mit dem Kirchgemeindehornussen, auch eine Hüttliweihe durchgeführt werden konnte. Im gleichen Jahr konnte auch ein langjähriger Pachtvertrag für das Ries und das Hüttli abgeschlossen werden. Der grösste Meilenstein in der Geschichte der Hornusergesellschaft Zäziwil war zweifellos die Gründung der B-Mannschaft. An der Ausserordentlichen Hauptversammlung im Hornusserhüttli, wurde nach dem Schlusshornussen, am Sonntag, dem 13. Oktober 1985, beschlossen, eine B-Mannschaft ins Leben zu rufen. Nach lebhafter Diskussion pro und kontra, entschieden sie sich positiv. Die Weitsichtigkeit von Max Brönnimann hatte sich durchgesetzt. Die ersten Erfolge liessen dann auch nicht lange auf sich warten. Bereits im Jahre 1989 konnten sie ihren ersten Horngewinn feiern, belegten sie doch in Aefligen am Verbandsfest in der vierten Stärkeklasse gleich den ersten Rang. Im Jahre 1997 wurden mit neuen Statuten die Weichen für die Zukunft gestellt. An der gleichen ausserordentlichen Hauptversammlung vom 27. Februar wurde die HG Zäziwil Aktionär bei Radio Emme. Das Jubiläum 100 Jahre Zäziwil im Jahr 2001 wurde neben dem eigentlichen Jubiläumsakt vor allem mit Sport und Spiel gefeiert. Die Zäziwiler haben sich einiges vorgenommen im sportlichen Sektor. Bereits eine Woche vor dem Jubiläum fand am Sonntagmorgen der Wettkampf "Rund um die Moosegg" statt, während am Nachmittag ein Freunschaftshornussen mit zehn Mannschaften über die Bühne ging. Eröffnet wurden die Feierlichkeiten jedoch von den Junghornussern aus der ganzen Schweiz, traten doch die je 16 besten jedes einzelnen Unterverbandes zum traditionellen Unterverbandshornussen an. Die Junghornusserinnen bestritten ebenfalls am gleichen Anlass einen Wettkampf, um ihre Siegerinnen zu ermitteln. Leider hatte das Jubiläum nicht gerade Wetterglück und manch ein Hornusser versank Knöcheltief im Schlamm. Doch im Ganzen hat man diesen Anlass in guter Erinnerung. Seit dem Frühling 2003 haben die Zäziwiler Hornusser ein Dach über ihrem Bockstand. Ein Novum. Die Idee, den Bockstand zu überdachen, bestand schon seit einiger Zeit. Nun wurde sie umgesetzt. Jetzt sind die Zäziwiler Hornusser nicht mehr der prallen Sonne noch dem Regen ausgesetzt. Für das Projekt wurden mehrere Kubikmeter Beton und hunderte von Kilos Metall und Aluminium verwendet. Unter dem Dach mit den Massen 12 x 6 m und in der Höhe 3.5 auf 5 m ansteigend, das bei Bedarf abgedeckt werden kann, wird nun gehornusst. Die Hornussergesellschaft Zäziwil verfügt über eine gute Infrastruktur, mit einem Spielfeld das über einige Jahre gesichert ist, über gesunde Finanzen bis zu einer guten Junghornusserförderung, welche das Kapitel der Zukunft ist. Was in den letzten Jahren deutlich festzustellen war, sind die vielen Abgänge. Manchmal gelang es, sie mit Zuzügen zu kompensieren. In den letzten paar Jahren hat die Gesellschaft insgesamt eine ganze Mannschaft verloren. Die dadurch entstandenen vielen Niederlagen bei den Meisterschaftsspielen sind nicht gerade dazu da, das Selbstvertrauen zu stärken. So muss die A-Mannschaft mit Spielern antreten, die Leistungsmässig in der obersten Spielklasse nicht genügen. |